Freitag, 24. März 2017

[Rezension] Fiona Winter - Ein Mitbewohner zum Verlieben: Was sich neckt, das liebt sich


© Digital Publishers Verlag
Erscheinungsjahr: 2016
Ausgabe: Ebook 
Seiten: 405 Seiten 
Kategorie: Chick-Lit 
Preis: 4,99€ 
ASIN: B01J3P3KPY




Es ist der schlimmste Tag in Majas Leben: Erst trennt sich zwischen Frühstückskaffee und Aufbackbrötchen aus heiterem Himmel ihr Freund von ihr, dann trifft sie auch noch ihren Schulschwarm Felix wieder. Und zwar in der WG ihres besten Freundes, wo er das Zimmer besetzt, das eigentlich Maja haben wollte. Zu allem Überfluss besitzt Felix zwar noch das gute Aussehen von damals, nicht aber den Charme – er lässt keinen Zweifel daran, dass er Maja nicht in der WG haben will. Doch sie gibt sich nicht so schnell geschlagen und quartiert sich kurzerhand in Felix‘ Zimmer ein … (Quelle: http://www.digitalpublishers.de/)



Ich bin eigentlich kein Fan von Büchern, deren Handlungsort sich im deutschsprachigen Raum befindet, doch bei diesem musste ich eine Ausnahme machen. Warum? Ganz einfach. Zum einen, weil mich der Klappentext unheimlich neugierig gemacht hat und zum anderen, weil ich vor knapp einem Jahr bereits ein Buch von der Autorin gelesen habe. Außerdem finde ich das Cover, das zudem auch noch Rosa ist und ja ich habe eine Schwäche für diese Farbe, total süß und es passt so wunderbar zu einem Chick-Lit Roman wie diesem. Aber Achtung! Dieser Roman ist keinesfalls eine kitschige Liebesschnulze in der sich die Protagonisten schon bei der Hälfte des Buches um den Hals fallen, es ist viel mehr eine wirklich authentische Liebesgeschichte, die der Autorin gut gelungen ist.

Zu den Protagonisten. Die wichtigsten Charaktere sind hier Maja und Felix. Maja hat seit ihrem Abschluss eine Ausbildung nach der anderen abgebrochen und diverse Studiengänge hält sie nicht bis zum Ende durch. So hat sie mit ihren 27 Jahren schon einiges ausprobiert und trotzdem noch nicht das richtige gefunden. Sie ist eine junge Frau, die noch auf der Suche nach dem perfekten Job ist, den es Felix‘ Meinung nach nicht gibt. Selbst der Traumjob kann einen irgendwann zu Hals heraushängen. Felix ist Majas langjähriger Schulschwarm. Seine abweisende Art ihr gegenüber lässt den gutaussehenden Mann anfangs etwas unsympathisch wirken, aber schnell wird einem bewusst, dass Maja ihm etwas zu bedeuten scheint. Auch er hat wie es scheint noch nicht das richtige im Leben gefunden, weshalb er meist auch nicht die richtigen Entscheidungen trifft. So sprunghaft wie Maja ist er jedoch auf keinem Fall, im Gegenteil hat er eine gewisse Vorstellung von seiner Zukunft, was nicht immer einfach umzusetzen ist. 
Der erste Eindruck, den die Protagonisten auf mich gemacht haben, war da etwas gemischt. Maja war mir mit ihrer egoistischen Art am Anfang ziemlich unsympathisch, es hat sie schlicht nicht interessiert, dass das Zimmer vergeben war. Ich denke, jeder andere hätte es hingenommen und sich in einem Hotel einquartiert, vor allem nachdem man erfahren hat, dass die Person Probleme hat. Hat man in solchen Situationen nicht ein wenig Mitgefühl? Ja, sie war aufgebracht und verzweifelt, aber dass sie sich dem „neuen Mitbewohner“ ihres besten Freundes so aufgedrängt hat, war mir ein wenig überzogen. Auch die Art wie sie manchmal mit ihren beiden vermeintlich besten Freunden umgegangen ist, gab mir das Gefühl, dass es gar nicht ihre besten Freunde wären, sondern nur Freunde. Allerdings kann ich, ihre unentschlossene Art bezüglich ihrer Berufswahl, sehr gut nachvollziehen. Man weiß oft nicht, was man von Leben erwarten soll, was man überhaupt will, weil man sich selbst und seine Stärken erst finden muss. Das war auch der Punkt, der sie mir ein wenig zugänglicher gemacht hat. 
Felix hingegen war mir mit seiner Art wesentlich sympathischer auch wenn er sich manchmal ein wenig kindisch verhalten hat, mochte ich ihn von Anfang an total gern. Es gab Momente, wo ich mir gedacht habe „dieser Arsch! Das hat er nicht wirklich getan!“, besonders zum Ende hin, hätte ich den Kerl einfach am Kragen gepackt und ihm gesagt „Schwachkopf, mach die Augen auf und zeig, dass du was in der Hose hast!“. Ich mag die Art wie er mit Maja umgeht, sie neckt und mit ihr flirtet. Die Nähe, die dadurch zwischen den beiden entsteht ist wirklich schön zu verfolgen, nur leider auch ein wenig nervenaufreibend und das im guten Sinn. Denn die Autorin versteht sich darauf bis zum Ende nicht durchblicken zu lassen: Kommen sie zusammen? Genau das hatte mir auch bei Für immer und Sushi so gut gefallen. 

Der Schreibstil der Autorin ist recht schlicht. Er ist wie bei ihrem anderen Buch, das ich gelesen habe, leicht, locker, flüssig, sodass sich die etwas längeren Kapitel schnell lesen lassen. Dennoch muss ich zugeben, dass mir bei diesem Buch etwas gefehlt hat. Ich hatte einige Male das Problem Majas Gefühle nicht richtig greifen zu können. Die Autorin hat es zwar schön beschrieben und vor allem auch realistisch, aber ich hab es nicht fühlen können. Es hat nichts in mir ausgelöst und das ist einfach schade, weil ich weiß, dass sie viel mehr Potential dazu hat. Ich hätte mir da einfach ein wenig mehr Tiefe gewünscht, zumal es ein paar wirklich schöne Szenen zwischen Maja und Felix gab.


Ein Mitbewohner zum Verlieben ist ein humorvoller Chick-Lit Roman mit vielen Neckereien, der sich super für Zwischendurch eignet.


Bewertet mit 4 von 5 Lilien 



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